Hilfe, meine Freundin wird Ergotherapeutin!

Schule für Ergotherapie Zürich
Psychologiearbeit von Sonja Rota
Kurs 44 / Januar 1999

Inhaltsverzeichnis:

1 Vorwort
1.1 Einführung
1.2 Ziele
1.3 Klärende Fragen
2 Interview
3 Entwicklungsprozesse
4 Vorschläge für Lösungsansätze im Umgang mit angehenden Ergotherapeutinnen
5 Wichtige Zusatzinformationen
6 Persönliche Angaben

6.1 Motivationen zu dieser Arbeit
6.2 Abschliessende Gedanken

  1. Vorwort
    1. Einführung
    2. Diese Arbeit soll ein Ratgeber für Partner von Ergotherapeutinnen sein, Ihnen neue Anregungen geben und Ihnen eine Hilfestellung im Alltag bieten.

      Um den Inhalt in einer verständlichen und logischen Art zu vermitteln, greife ich Alltagssituationen auf. Diese mögen ab und zu übertrieben und lustig klingen, aber ich bin überzeugt, wenn Sie einige Minuten nachdenken, fällt auch Ihnen einiges in der Art ein!

      Namen und wichtige persönliche Angaben sind selbstverständlich zum Schutze der Betroffenen verändert worden.

      Da es sich bei der Zielgruppe, an die ich meine Arbeit richte, zum allergrössten Teil um Männer (Partner von Ergotherapeutinnen) handelt, werde ich meine Zielgruppe als männlich und die Ergotherapeutinnen als weiblich ansprechen.

      Ich begrenze mich auf in der Ausbildung stehende Ergotherapeutinnen, da ihnen eine andere Dynamik beizuordnen ist als bereits im Berufsleben stehenden Kolleginnen.

      Auch für Ergotherapeutinnen könnte diese Arbeit interessant sein. Sich in den Partner einzudenken und sich auf seine Ansichten einzulassen, könnte neue Gesichtspunkte in die gemeinsame Beziehung bringen und sie lebendiger werden lassen.

       

    3. Ziele
    4. - Konfrontation: Ihre Partnerin hat nun wirklich die volle Absicht, Ergotherapeutin zu werden. Mit jedem Schultag schwindet die Wahrscheinlichkeit, dass sie es sich noch anders überlegt.

      - Auseinandersetzung: Was bedeutet dies für unsere Beziehung? Was wird sich dadurch verändern? Gibt es etwas, was ich ihr diesbezüglich sagen möchte?

      - Können Konfrontation und Auseinandersetzung zu besserem gegenseitigen Verständnis und gemeinsamer Entwicklung führen?

      - Wie sehen die möglichen Zukunftsperspektiven aus, nach dem Abschluss der Ausbildung? Gleichen meine Vorstellungen und Fantasien jenen meiner Partnerin?

    5. Klärende Fragen

Nach den folgenden Fragen werden Sie wissen, wie wichtig es für Sie ist, diese Arbeit zu lesen

Gehen Sie nun folgendermassen vor:

- Nehmen Sie einen Bleistift zur Hand.

- Lesen Sie die Fragen langsam und aufmerksam durch.

- Bezeichnen Sie alle Fragen, die Sie mit einem klaren Ja beantworten können, mit einem dicken Strich.

- Danach lesen Sie die Auswertung am Ende dieses Kapitels.

  1. Befindet sich Ihre Partnerin zur Zeit in der Ausbildung zur Ergotherapeutin?
  2. Ist Ihnen der Ausdruck Gruppendynamischer Prozess ein Begriff?
  3. Träumen auch Sie vom Thorax?
  4. Haben Sie zu Weihnachten ein bedrucktes Kissen geschenkt bekommen?
  5. Summen auch Sie bereits das Lied”Himmel und Erde müssen vergehen. Aber die Musica, aber die Musica, aber die Musica bleibet bestehn”?
  6. Kennen Sie den Unterschied zwischen Feile und Raspel?
  7. Haben Sie den Begriff synovial-Flüssigkeit schon einmal gehört?
  8. Wissen Sie, dass Ergo nicht von Ego abstammt?
  9. Mussten/Durften Sie Ihrer Partnerin schon einmal medizinische Fachwörter abfragen?
  10. Haben Sie manchmal das Gefühl, dass Ihre Partnerin mehr an der Ausbildung interessiert ist als an Ihnen?

Auswertung:

Zählen Sie nun bitte Ihre Striche zusammen.

- Ab fünf Strichen empfehle ich Ihnen wärmstens, diese Arbeit zu lesen.

- Bei sieben Strichen und mehr ist es dringend notwendig, dass Sie sich genügend Zeit nehmen und sich in die Arbeit vertiefen.

- Sie haben alle zehn Fragen markiert?! Bitte handeln Sie wie folgt:

1.In welcher Position Sie sich auch immer befinden mögen, nehmen Sie mit Ihren Füssen guten Kontakt zum Boden auf.

2.Atmen Sie tief und regelmässig durch.

3.Ich rate Ihnen, so bald als möglich eine psychologische Fachperson aufzusuchen, die sich auf dem Gebiet “Ergotherapeutinnen und ihre Auswirkungen” spezialisiert hat.

4.Bis Sie Kontakt mit einer Fachperson aufgenommen haben, versuchen Sie, die Tage besonders bewusst und sinnvoll zu gestalten.

5.Falls Sie unterdessen das Auftreten von dubiosen Bewusstseinszuständen an sich feststellen, begeben Sie sich bitte sofort zur nächsten Notfallaufnahme!

  1. Interviews
  2. Die nachfolgenden Fragen und Antworten, sollen einen Einblick geben in die Ansichten von vier Freunden von angehenden Ergotherapeutinnen. Die Frauen haben sich zum Zeitpunkt der Befragung, alle im ersten Jahr der Ausbildung befunden. Alle Paare Leben zur Zeit zusammen in einer Wohnung und sind bereits längere Zeit befreundet.

    Fragen:

    Kannst Du Dich an Deine Reaktion erinnern als Dir Deine Freundin gesagt hat, dass sie die Absicht hat die Ausbildung zur Ergotherapeutin zu machen?

    Antworten von Partner A, B, C und D:

    A Der Entscheidung meiner Partnerin, die Ausbildung zu beginnen, ist eine Auseinandersetzung über einen längeren Zeitraum vorausgegangen. Ich habe sie sehr darin unterstützt und mich über diese Entwicklung gefreut.

    B Ich dachte:”Nun gibt es also doch noch einen Mediziner in der Familie!”
    Ich wollte früher einmal Medizien studieren. Da ich aber die Matur nicht hatte und das Studium sehr lange dauert, blieb es bei dem Gedanken.

    C Das sie noch etwas neues beginnen wollte, hat mich gefreut. An ihrer früheren Arbeit war sie häufig gestresst, dies ist nun anders.

    D Ich habe mich darüber gefreut. Ich finde diese Ausbildung etwas Gutes.

     

    Deine Freundin befindet sich nun in der Ausbildung. Gibt es etwas, das Dich freut oder das Du als positiv empfindest an Eurer Beziehung?

     

    A Es freut mich, wenn ich am Abend merke, dass sie begeistert ist von dem was sie an diesem Tag gemacht und erlebt hat. Sie sagt, dass dies genau das richtige für sie sei! Das finde ich schön.

    B Ich finde es lustig, wenn sie mit Fachwörtern um sich schlägt. Es macht mir nichts aus, wenn ich sie nicht verstehe. Im Gegenteil, es spornt mich an zu erfahren, was sie nun gesagt hat.

    C Ich finde es sehr interessant was sie lernt. Wenn sie nach Hause kommt und zum Beispiel an mir Lockerungsübungen oder Massagen ausprobiert, gefällt mir das besonders.

    D Vor der Ausbildung hat sie gar kein Intresse an Physik gehabt. Ich freue mich über das minimale Intresse, das sie in der letzen Zeit entwickelt hat. (Physik ist mein Spezialgebiet) Auch freut es mich, dass sie Freude an der Ausbildung hat.

     

    Gibt es etwas das Dir stinkt, seit Deine Freundin die Ausbildung angefangen hat?

     

    A Die grössere Distanz, die durch die geographische Entfernung entsteht.

    B Sie ist öfters gereizt und gestresst! (Zeigt aber Verständnis, da er bei seiner Ausbildung auch oft gestresst war)

    C Es nervt mich, wenn sie alle Muskeln an mir sucht!
    Manchmal wird mir die Fachsimplerei einfach zu viel.

    D Sie ist mehr weg als früher.
    Wenn sie am Abend kaputt nach Hause kommt und hässig ist!
    Wenn sie viel lernen muss und ich sie dann auch noch abfragen sollte.

     

    Findest Du, dass sich im Vergleich zu vorher etwas verändert hat?

     

    A Kann ich noch nicht sagen. Dafür befindet sie sich noch zu wenig lange in der Ausbildung.

    B Wir haben weniger gemeinsame Freizeit!

    C Die grösste Veränderung ist, dass wir zu Beginn der Ausbildung zusammen gezogen sind. Dadurch hat sich natürlich viel verändert.

    D Durch die Schule ist meine Freundin an einen fixen Tagesablauf gebunden. Vorher waren wir viel freier und konnten den Tag spontaner gestalten.

     

    Wenn Du nun versuchst, Dir die nächsten zwei, drei Jahre vorzustellen, was kommt Dir dann spontan in den Sinn? (In Bezug auf die Ausbildung und Eure Beziehung)

     

    A Ich freue mich darauf. Vorallem auf die Zeit, wenn sie weiss in welchem Teilgebiet sie arbeiten möchte. Ich denke, wir werden andere gemeinsame Intressen entwickeln, uns vielleicht gegenseitig ergänzen und darüber reden.

    B Da ich die Ausbildung interessant finde, möchte ich in dieser Zeit so viel wie möglich mitprovitieren! Damit ich später auch mit Fachwörtern brillieren kann.

    C Ich hoffe, dass es in der nächsten Zeit so weiter geht wie in den ersten Ausbildungsmonaten.

    D In dieser Zeit sind bestimmt keine langen Ferien mehr möglich.
    Vieles wird sich um Ergotherapie drehen.

     

  3. Entwicklungsprozesse
  4. Um die Dynamik der Paarbeziehung zwischen Ergotherapeutinnen und ihren Partnern etwas zu verdeutlichen, habe ich mir Gedanken gemacht über Gemeinsamkeiten der Frauen. Um dann allfällige Schlüsse bei den Partnern zu ziehen.

    Angehende Ergotherapeutinnen sind im allgemeinen anspruchsvolle, selbstständige, spielerische, erlebungshungrige Frauen. Sie wissen meistens sehr genau was sie wollen und gehen relativ zielstrebig auf ihr Ziel zu. Sie sind sehr begeisterungsfähig und sehen Neuem meistens offen und aufgeschlossen entgegen. Sie haben das Bedürfnis, anderen Menschen zur Seite zu stehen und ihnen wenn nötig unter die Arme zu greiffen.

    Vermutlich ist es von grossen Vorteil, wenn Sie auch als Partner eine starke, selbstsichere Persönlichkeit sind. Denn die Anforderungen, die an Sie gestellt werden, sind nicht gerade klein.

    Verallgemeinerungen in diesem Bereich sind schwierig. Es können hier höchstens Tendenzen aufgezeigt werden. Mit den einen können Sie sich vielleicht identivizieren, mit den anderen nicht.

    Der Beginn einer Ausbildung bringt mit Sicherheit Bewegung in eine Paarbeziehung.

    Wie dies unter Umständen ausehen kann, möchte ich Ihnen nun schildern:

    Veränderungen:

    Wir bewegen uns hin und her zwischen dem Willen, uns zu verändern und dem Bedürfnis, im Gewohnten zu verharren. Zwischen den Ansprüchen anderer, die wollen, dass wir uns verändern und ihrem Protest, wenn wir es tatsächlich tun. Zwischen Nähebedürfnissen, die auftauchen, wenn wir uns einsam fühlen, und Distanzbedürfnissen, die wir empfinden, wenn die Bindungen an andere zu einengend werden.

    (Harriet Goldhor Lerner, Zärtliches Tempo, Kreuz Verlag, Seite 27)

    Jeder Neubeginn bringt Veränderungen in einer Beziehung mit sich.

    Nach dem Autor Peter Partner lösen Veränderungen in einer Beziehung immer Stress aus. Auch wenn es sich um positive Veränderungen handelt. (Peter Partner, Das endgültige Ehebuch, Schönbergers Verlag, Seite 48)

    Es gibt Veränderungen die leichter vorherzusehen sind als andere. Der Beginn einer Ausbildung zum Beispiel ist zum Teil genau und bereits längere Zeit im voraus bekannt. Der Tod oder eine Krankheit hingegen sind oft nicht oder kaum vorhersehbar.

    Bei vorhersehbaren Veränderungen ist es also möglich, sich im voraus mit dem Partner darüber zu unterhalten. Dabei kann geklärt werden, wo die Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen sich unterscheiden und wo sie übereinstimmen. Wenn dies klar auf dem Tisch liegt, fällt es oft einfacher, befriedigendere Lösungen zu finden. Es lohnt sich unter Umständen, gemeinsam Erarbeitetes und Abmachungen schriftlich festzuhalten, speziell wenn es um finanzielle Dinge geht. Das klare Ausformulieren von Sätzen, kann einem manchmal helfen, besser zu merken, was man eingentlich will. In späteren Kriesensituationen kann man das Geschriebene hervorholen und sich darauf beziehen. Dies verlangt auch, immer wieder zu kontrollieren, ob die Abmachungen und Meinungen noch dem aktuellen Stand entsprechen oder sie gegebenenfalls angepasst werden müssen.

    Wenn die Veränderungen, plötzlich und unvorhergesehen auftreten, ist es häufig viel schwieriger, damit umzugehen. Es braucht dann Zeit, sich auf die neue Situation einzulassen, um Möglichkeinten zu finden, mit den neuen Gegebenheiten umzugehen.

    Loslassen:

    Das Lösen von Alt bekanntem und Vertrautem ist ein wichtiger Prozess der Veränderung.

    Manchmal ist es notwendig, im Leben einen Schritt weiter zu gehen. Loslassen braucht Überwindung und Mut. Häufig entsteht erst dadurch die Möglichkeit, Neues erleben und erfahren zu können.

    Persönliche Weiterentwicklung:

    Das Intresse, die Wachheit und die Offenheit Neuem gegenüber sind wichtige Grundvoraussetzugen für die persönliche Entwicklung.

    Ich habe das Bild eines Kleinkindes vor Augen, das in der kürzesten Zeit enorme Fortschtritte in seiner Entwicklung macht. Neugierig, forschend bewegt es sich relativ vorurteilslos neuen Herausforderungen entgegen.

    Durch schlechte Erfahrungen werden diese positiven Grundeigenschaften häufig behindert.

    Ich würde behaupten, dass viele Ergotherapeutinnen sich diese Grundeigenschaften erhalten konnten und diese mehr oder weniger bewusst gefördert haben. vielleicht gerade darum, weil sie wissen, wie bereichernd sich dies auf die Lebensqualität auswirkt!

    In der Ausbildung zur Ergotherapeutin wird die persönliche Entwicklung sehr gefördert.

    Die Ausbildung bringt in vieler Hinsicht neue Impulse für Ihre Partnerin!

    Dies kann zu diversen Konflikten in der Beziehung führen:

    - Sie drückt sich vielleicht plötzlich sprachlich klarer aus. Sie wirkt bestimmter, selbstbewusster und scheint in gewissen Dingen kompromissloser.

    - Ihr Wissen erweitert und vertieft sich. Sie traut sich in Gruppen, (noch) häufiger das Wort zu ergreifen.

    - Sie bohrt ein Loch in die Wand, wo sie sich doch früher kaum getraut hat, eine Bohrmaschine aus der Ferne zu betrachten. Sie packt zu und greifft mit an.

    Und wie siehtes bei Ihnen aus?

    - Sie müssen sich mehr am Haushalt beteiligen. Das machen Sie nicht besonders gern, vorallem wenn Sie am Abend wegen den Turnschuhen, die ungeordnet im Flur herumliegen, beschimpft werden.

    - Sie stehen vielleicht weniger im Mittelpunkt, weil Ihre Partnerin auch mehr Platz fordert.

    - Ihre Partnerin wächst Ihnen buchstäblich über den Kopf. Sie haben Angst, sie zu verlieren.

    - Sie fühlen sich durch die Veränderungen, die durch die Ausbildung in Gang gekommen sind, überfordert.

    - Da ihre Partnerin von den vielen Eindrücken der Ausbildung völlig absorbiert wird, hat sie weniger Zeit für Sie. Sie sind vielleicht eifersüchtig!

    Durch Veränderungen und Weiterenwicklung eines Partners geraten unweigerlich auch die Rollenverhältnisse in einer Beziehung in Bewegung.

    Die Bereitschaft sich gegenseitig immer wieder neu zu erfahren und zu entdecken, lässt eine Beziehung lebendig bleiben.

    Ich vermute, dass Sie mit einer angehenden Ergotherapeutin an Ihrer Seite, mehrheitlich ein abwechslungsreiches, lebendiges Leben führen. Vielleicht manchmal mehr als ihnen lieb ist!

     

  5. Lösungsvorschläge im Umgang mit angehenden Ergotherapeutinnen
  6. Sicherlich gibt es keine pauschalen Lösungsansätze.

    Bei gewissen Dingen lohnt es sich, in friedlichen, ruhigen Beziehungszeiten zusammen zu sitzen und sich hypotetisch über eine Krisensituation zu unterhalten.

    Solche “Vorbeugungsmassnahmen” können tiefen Krisen unter Umständen den Wind aus den Segeln nehmen.

    Natürlich gibt es immer auch Momente wo die Fetzen fliegen. Oder Situationen, wo sich der eine Partner enttäuscht und verletzt fühlt und sich vielleicht aus Angst oder Trauer zurück zieht.

    Dann sagt niemand von uns einfach so locker:”Nun sitzen wir für fünf Minuten ruhig zusammen, und reflektieren unsere Reaktionen!”

    Auch dies sind Teile einer Beziehung! Ich habe erfahren, dass es wichtig ist, auch Streit und Schmerz einen Platz in der Beziehung einzuräumen und sie zu akzeptieren.

    Durch meinen Wunsch nach Harmonie in der Beziehung habe ich mich lange Zeit darauf ausgerichtet, den Streit und Schmerz zu verdrängen. Bis ich erkannte, dass dieses Bedürfnis zum Scheitern verurteilt ist, weil es nicht lebbar ist! Diese Aspekte ganz zu eliminieren ist unmöglich. Sie zu verändern oder zu optimieren ist möglich.

    Durch diese Einsicht verlieren Streit und Schmerz ihre Bedrohlichkeit.

    Nun kann bei einem Konflikt die eigene Energie in einer anderen Art eingesetzt werden.

    So habe ich erfahren, dass zum Beispiel Streit auch eine lustvolle, kreative und energetisierende Seite hat.

     

    Beiliegend habe ich ein kleines Set zusammengestellt. Es enthält eine rote und eine gelbe Karte einen Wutball und ein Schild mit der Aufschrifft”ich bin nicht dein Patient, ich bin dein Freund!”

    Benutzeranleitung der Gegenstände:

    Gelbe und rote Karte:

    Es sprudelt wiedereinmal wie ein Wasserfall aus ihrer Freundien heraus, weil sie an ihrem neuen Praktikumsplatz so viel erlebt hat. Sie versuchen sich nun schon zum dritten Mal zu Wort zu melden, sie allerdings überfährt Sie regelrecht mit ihren Worten.

    Ziehen Sie nun die gelbe Karte, für Stopp, jetzt bin ich an der Reihe!

    Es ist Samstag Abend und Sie würden gerne etwas mit ihrer Freundin unternehmen. Ihre Freundin meint allerdings, dass sie sie zuerst die ganze Muskelkartei abfragen müssten. Dann würde sie eine Gruppenpresentation vorbereiten. Während dem Sie den Computer vorbereiten können, damit sie danach ihre Psychologiearbeit ausdrucken könne. Als Sie Einwände einbringen, Schreit sie Sie an wie wichtig dies für sie sei.

    In so einem Falle ziehen Sie die rote Karte mit folgender Aufschrift auf der Rückseite:

    Mein lieber ............!

    Bitte verlasse mich nicht. Eigentlich weiss ich, dass auch Du ein Mensch bist!

    Ich bin bereit jedesmal wenn Du mir diese Karte zeigst, zur Besinnung zu kommenund zu versuchen, Dich die nächste Stunde fair zu behandeln.

    In dieser Stunde werde ich folgende Wörter nicht brauchen:

    Ergo, Schule, Prüfungen, lernen, Behandlung usw. (Individuelle Ergänzungen sind erwünscht!)

    Wenn Sie mit ihrer Freundin die Ergänzungen angebracht haben, lassen Sie ihre Freundin die Karte unterzeichnen.

    Wutball:

    Wenn Sie einmal eine stink Wut auf ihre Freindin haben, nehmen Sie den Ball und tun Sie mit ihm, was Sie schon lange gerne mit ihr tun wollten!

    Umhängeschild:

    Wenn Sie ihre Freundin behandelt als wären Sie nicht ganz zurechnungsfähig oder geistig herabgesetzt, hängen Sie sich das Schild um den Hals.

    Die Frage, bin ich ihr Patient oder ihr Freund, scheint hier berechtigt.

    Stellen Sie sich provokativ ohne etwas zu sagen vor ihr auf. Nun halten Sie sie einige Sekunden mit beiden Händen an den Schultern fest, damit sie das Schild gut betrachten kann.

     

  7. Wichtige Zusatzinfos
  8. - Speziefische Bücher für Partner von Ergotherapeutinnen habe ich trotz langer Suche in diversen Buchhandlungen und Bibliotheken nicht gefunden. Es ist eine Mangelware. Vielleicht wären Sie genau die richtige Person die diese Lücke füllen könnte.

    Büchertips:

     

     

    - Ich möchte ihnen hiermit tiefstens empfehlen, sich mit anderen Partnern von Ergotherapeutinnen zu einer Intressengemeinschaft zusammenzu schliessen. Dort hätten Sie die Gelegenheit sich regelmässig mit Gleichgesinnten auszutauschen und sich gegenseitig Mut und Durchhaltevermögen zu zusprechen.(Liste beim Verlag erhältlich)

    - Selbsthilfegruppen bestehen bis zum heutigen Tag leider noch keine.

  9. Persönliche Angaben
    1. Motivationen zu dieser Arbeit
    2. Ich bin eine Person die an mich gestellte Aufgaben sehr ernst nimmt. Ich stelle hohe Anforderungen, bin sehr kritisch und tiefgründig. Damit ich beim Abschluss einer Aufgabe zufrieden bin, muss ich mich mit dem Thema gut auseinandergesetzt haben.

      Ich möchte hier beifügen, dass ich diese Karaktereigenschaften als positiv empfinde. Die Frage ist nur, wann und in welchem Mass setze ich sie ein?

      Ich merke, dass es wichtig ist, mich zu lösen von der Vorstellung, dass ich nur mit den oben genannten Kriterien eine gute Arbeit schreiben kann.

      Ich möchte einmal einen ganz anderen Titel wählen, eine ganz andere Art zu schreiben ausprobieren! Humorvoll, leicht lesbar, lüpfig, vielleicht frech und ironisch, aber trotzdem mit sachlichem, fundiertem Hintergrund!

      Mich zu wagen diese Art von Arbeit zu schreiben, kommt mir vor wie ein Sprung ins kalte Wasser. Es löst verschiedene Gefühle und Gedanken in mir aus. Unsicherheit und Angst, den mir vertrauten Boden zu verlassen und mich ins Unbekannte, Unsichere zu begeben. Neugierde, was mich dann Neues erwarten wird. Spannung, wie sich das Ganze wohl entwickeln möge.

    3. Abschliessende Gedanken

Mir gab diese Arbeit viele neue Impulse.

Einerseits ist dies eine Psychologiearbeit, andererseits sollte es auch ein Ratgeber für Partner von Ergotherapeutinnen sein. Das war keine einfache Aufgabestellung.

Ich habe mich mit meiner Art Humor auseinandergesetzt. Darin bin ich einerseits spitzigem Zynismus und schwarzem Humor begegnet. Andererseits erlebte ich eine Leichtigkeit, die ich als lebendig und kreativ empfand.

Die Schwierigkeit, dies gut und wirkungungsvoll aufs Papier zu bringen, hat mich beschäftigt.

Neu und lehrreich waren für mich auch die telefonischen Interviews. Wichtig war für mich Rücksicht auf die Integrität des Paares zu nehmen. Sie im voraus gut zu informieren und beim Interview gezielte Fragen zu stellen.

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